Kinderarmut in Hamburg
Hamburg ist von Kinderarmut besonders betroffen. Viele Kinder erhalten keine regelmäßigen gesunden Mahlzeiten. 20 Prozent der unter Sechsjährigen beziehen Sozialhilfe. Jedes dritte Kind dieser Alterstufe kommt aus einer Familie, die unterhalb der Armutsgrenze lebt.
Soziale Benachteiligung grenzt aus, von Bildung und der Teilhabe am gesellschaftlichen und öffentlichen Leben. Die Stiftung Mittagskinder setzt deshalb bei ihrer Förderung auch auf Bildungsimpulse, die Türen für ein selbstbestimmtes Leben in eigener Verantwortung öffnen können: zum Beispiel durch Zugang zu Büchern, Musik, Theater, Sport und Natur.
Zahlen und Hintergründe
Die Kinderarmut nimmt nach einer vom UN-Kinderhilfswerk Unicef veröffentlichten Untersuchung in Deutschland stärker zu als in den meisten anderen Industriestaaten. Jedes zehnte Kind, insgesamt 1,5 Millionen, wächst in relativer Armut auf: Ihre Familien verfügen über nicht einmal die Hälfte des durchschnittlichen Einkommens.
Für Hamburger Kinder sieht es noch einmal schlechter aus: Mehr als zwanzig Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 15 Jahren leben von Sozialgeld.
"... die im Dunkeln sieht man nicht!"
Was bedeutet das für die Kinder im Alltag? Wie leben sie, was entbehren sie? Prof. Dr. Ursel Becher, Sozialwissenschaftlerin, Sozialarbeiterin und ehemalige parteilose Sozialdezernentin im Bezirk Hamburg-Eimsbüttel (1987-92), hat mit ihrer im August 2005 veröffentlichten Studie "Die im Dunkeln sieht man nicht... Armut und Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen in Hamburg" die Hintergründe erforscht. Sie macht deutlich, dass Armut für Kinder weit mehr bedeutet als Hunger und beengtes Wohnen.
Soziale Benachteiligung grenzt aus, von Bildung und von der Teilhabe am gesellschaftlichen und öffentlichen Leben. Deshalb setzt die Stiftung Mittagskinder bei ihrer Förderung auch auf Bildungsimpulse, die Kindern Türen für ein selbstbestimmtes, verantwortungsbewußtes Leben öffnen können. Beispielsweise durch Zugang zu Büchern, Musik, Theater, Sport und Natur.
Ursel Becher, August 2005: "...die im Dunkeln sieht man nicht! Armut und Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen in Hamburg", ca. 170 Seiten.
Die ganze Studie herunterladen
Ursel Becher, August 2005: "...die im Dunkeln sieht man nicht! Armut und Benachteiligung von Kindern und Jugendlichen in Hamburg", 10 Seiten. Zusammenfassung der Studie herunterladen

Schwachpunkt schulische Bildung
Bei der schulischen Bildung haben in Hamburg vor allem Kinder aus Zuwandererfamilien sowie Kinder aus sozial schwachen Familien und Hauptschüler zu niedrige Leistungsstände und machen zu geringe Lernfortschritte. Dies ergibt sich aus der Studie "Kompetenz und Einstellungen von Schülerinnen und Schülern" des achten Jahrgangs (KESS 8), die die Hamburger Schulbehörde im April 2010 veröffentlicht hat. Daran nahmen rund 13.900 Jugendliche teil. Derselbe Schülerjahrgang wurde bereits flächendeckend in den beiden vorangehenden Studien KESS 4 im Jahr 2003 und KESS 7 im Jahr 2005 getestet und befragt. Deshalb kann mit KESS 8 die gesamte Lernentwicklung der Schülerinnen und Schüler vom Ende der Jahrgangsstufe 4 bis zum Ende der Jahrgangsstufe 8 nachvollzogen werden.
Hier finden Sie einen redaktionellen Beitrag der Zeitung DIE WELT vom 16.04.2010 zur KESS 8-Studie
Hier finden Sie die vollständige KESS 8-Studie.




Weitersagen
Digg Facebook Reddit Xing MySpace Twitter